Die Berliner Zeitung hat davon erfahren: „Ein Autofahrer mit einer als Kugelschreiber getarnten Schusswaffe hat am Freitagabend einen Polizisten in Berlin-Charlottenburg bedroht. Der 44-Jährige fiel den Beamten wegen mehrerer Straßenverkehrsdelikte auf.“

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Sehr schöne Mac-App für Polaroidfans: poladroid gesehen bei surfgarden.
Die Polas sehen unterschiedlich aus, mal heller, mal dunkler, mal bläulicher, mal mit Fettflecken oder Fingerabdrücken – eventuell gibt es einen Zusammenhang mit der Art, wie oft oder wie heftig man sie schüttelt. Man kann auch die Entwicklung des Bildes per Rechtsklick anhalten und das Ergebnis bereits speichern. Jedenfalls ist das ganze äußerst nett gemacht und erfreut das Herz. Merci.
Flughafen der Herzen – und dann Hitler?
0 Kommentare | Von Teman Schem, Freitag, 31. Oktober 2008in Belästigungen, Berlin, Internet, Zeitung.

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Ich hatte Stress und keine Zeit, doch das soll nicht unkommentiert bleiben. Darum erst jetzt, nicht mehr aktuell: SPIEGEL online schreibt am Mittwoch, 29.10.08, um 21.11 Uhr vom „Flughafen der Herzen“, um im nächsten Satz zu sagen, hier habe einst Hitler abgehoben? Na vielen Dank auch, diese Sorte Herzen können gerne von bösen Stiefmüttern eingefordert und den Jungs rausgerissen werden. Völlig daneben!
ABSCHIED VON SPIEGEL ONLINE – Presse der Prolls.
Der Artikel erschien im Rahmen des einestages-Quatsch, verfasst von Ariane Stürmer. Hitler wird im Text nicht weiter erwähnt. Sozusagen Namedropping im Anlesetext. Gibt es denn keine Redaktion, die die Inhalte prüft? Oh, die Redaktion hat den Artikel sogar eingereicht. Gutnacht.
Sabbes und Didi
0 Kommentare | Von Teman Schem, Freitag, 10. Oktober 2008in Beziehungen, Reise, Weltverbesserung, Werterhaltung.

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Neulich war ich in Todenhausen, ein mitunter schnuckliges Fachwerkdorf. Es liegt in Hessen, ist recht klein, und es passiert nicht allzu viel. Und dann das. Ich lief aus dem unsäglichen Neubaugebiet zurück zur Dorfstrasse, als plötzlich das geschah, worauf ich mein Leben lang gewartet hatte.
Zehn Meter weiter trudelte der Rest eines Luftballons mitsamt Karte vom Himmel. Ich schaute links, ich schaute rechts, keiner da, ich würde garantiert die erste am Landepunkt sein! Ich beeilte mich trotzdem, man weiß ja nie, ob nicht aus dem Gebüsch ein Kind gespurtet kommt. Vielleicht blühte mir ein Gewinn, vielleicht war die Karte, oh wie spannend, vom anderen Ende der Welt (Honolulu, Auckland, Cottbus).
War sie vermutlich nicht. Sie sah eher aus, als hätte sie den einen Kilometer vom Nachbardorf zurückgelegt. Absender: Sabbes und Didi, wie man auf dem hessischen Lande so sagt, leider ohne Angabe ihres Wohnortes. Aber es gab sowieso nichts zu gewinnen, was dem Pfandleiher gefallen hätte. Nein, ganz geldfremd und herzig wollten sie einfach nur ihr Glück weitergeben.
Wie glücklich wird ein Paar, das für eine solche Gelegenheit ein Bild wählt, auf dem der weibliche Part sich besitzstandfordernd an den Mann klammert, während dieser die Arme verschränkt und Dinge in der Hand hält, die wie Baguette-Stangen aussehen, ein Bild, auf dem beide undurchschaubar sonnenbebrillt sitzen, getrennt durch eine dazwischengezwängte Handtasche? Und selbst wenn die Schwippschwäger dieses Bild ausgesucht haben, muss man da nicht einschreiten als Brautpaar? Aber vielleicht waren sie zu feige und dachten sich: Okay, Jungs, dann machen wir diesen Mumpitz halt mit, aber wir nennen nur unsere Vornamen (und bloß nicht unsere Kosenamen!). Mit den Sonnenbrillen erkennt uns ja niemand.
Darum die Frage: Wer kennt Sabbes und Didi, aus der näheren Umgebung von Todenhausen, frisch vermählt, schüchtern, kein Geld für Friseurtermine? Sachdienliche Hinweise an jeden Spatz oder eines unserer Nagelstudios.
PS: Ich bin wirklich ein Befürworter der Romantik-statt-Materialismus-Welle, aber bitte bissi gekonnt.
Verblüffend! Hier könnt ihr testen, ob ihr Farbtöne richtig erkennt. Ich hatte auf Anhieb den besten Score Null. Hat nur wenige Minuten gedauert, aber für immenses Augenleiden gereicht. Via create or die.
Eine neue Spatzinsel
0 Kommentare | Von Teman Schem, Dienstag, 30. September 2008in Weltverbesserung.
Naja, nicht ganz, den Spatz nur mal eben frisiert. Nachdem ich meine Leserin doch noch zum Lachen gebracht habe, was etwas länger gedauert hat, wollte ich zu den sinnvolleren Dingen übergehen. Dazu gehört übrigens auch, gute Musik zu hören: Vampire Weekend haben im Februar 2008 ein neues Album veröffentlicht, und dafür bin ich sehr dankbar. Zu schade, dass ich diese Platte noch nicht im Sommer entdeckt hatte, sie würde sehr gut an den Strand passen. Dann dreh ich halt die Heizung auf (Achtung, mal wieder sehr gedankenlos, schließlich ist erst September.) Have fun. Lasst die Arbeit von Knöllchen-Horst machen.
Am Boxi Scheiße sammeln für’s Kinderheim?
5 Kommentare | Von Teman Schem, Donnerstag, 04. September 2008in Belästigungen, Berlin.
Heute morgen, 10.30 Uhr am Boxhagener Platz. Ich bin mit Kinderwagen und Freundin unterwegs. Zwei Gestalten nähern sich uns. Mädel, leicht verlegen: „Entschuldigen Sie, Sie haben doch bestimmt Zeit.“ Da sage ich schon aus Prinzip gern nein.
„Ja?“
„Wir sammeln… [Stimme gesenkt, Betonung wie im Agentenfilm] *Scheiße* für ein Kinderheim. Eigentlich könnten wir auch alleine sammeln. Aber je mehr Leute uns helfen, umso mehr Geld gibt’s vom Bezirk. [Für die zwei oder für das Kinderheim?] Und darum wollten wir Sie fragen…, also wir würden Ihnen jetzt ein Tütchen geben, ob Sie uns helfen wollen…?“
Andere Leute, speziell am Boxi, würden denen flugs die Fresse polieren, wir sagen sachlich und bestimmt „Nee, ganz bestimmt nicht!“ und „Da sprecht ihr Mütter an? Wir sollen dann mit Scheiße an den Händen unsere Babies anfassen, ja?“
„Wir würden Ihnen auch eine Schaufel geben.“
Friedrichshain ist der Kiez voller Ideen, zum Teil recht bescheuerter. Mir erschließt sich der Sinn der Aktion nicht so ganz. Selbst wenn der Bezirk Geld für Scheiße rausrückt, warum sollten die ihre Aktion nicht bloß zu zweit durchführen? Wenn sie sich beeilt hätten, statt sich mit dem Bequatschen unschuldiger Menschen aufzuhalten, hätten sie in einer Stunde, bei einem Tempo von 4 km/h, etwa vier Mal den Platz umrunden und dabei ca. 4000 Haufen auflesen können. Rund vier Kilo. Was ist der Kilopreis für eine Unze Scheiße?
Und wo die Tüten dann landen, sieht man hier.

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Viel zu müde zum Schreiben. Mal wieder was Schönes: eine Grille aus Hessen.
„Sybille, die Grille, macht kille, kille.“
Des toten Sanchos Geburtstag
0 Kommentare | Von Teman Schem, Donnerstag, 21. August 2008in Belästigungen, Beziehungen, Internet, Werterhaltung.
Verwunderlich, was man nicht vergisst.
Der 19. August, an diesem Tag hatte Sancho Geburtstag. Sancho ist schon über 15 Jahre tot, vermutlich erstickt an einem Hühnerknochen, wenn man der Erzählung meines Vaters Glauben schenken darf. Ich würde ihm jedoch gar nichts schenken, nicht mal Glauben.
Sancho wurde von ihm verprügelt. Er wurde eingesperrt, so lange, bis er in die Räume kacken musste, und länger. Er wurde nicht allein weggesperrt, sondern zusammen mit einem zweiten Hovawart-Rüden. Sie bissen sich in all den Jahren immer wieder, der andere Hund geriet mal in die Maschine und zog sich einen Splitterbruch zu. Doch auch das konnte den alten Herrn nicht davon überzeugen, seine Tiere kastrieren zu lassen geschweige denn abzugeben. (Jene Kastration hätte auch die Falschen getroffen.)
Mir tut es manchmal sehr leid, dass ich nicht den Mumm hatte, sie zu stehlen.
Einmal hätte ich es fast getan, nachdem er in Urlaub fahren und die Hunde alleine zuhause einsperren wollte. Doch als wir uns zum Haus schlichen, war er doch da, und wir machten den weiten Weg kein zweites Mal. Einmal riefen wir den Tierschutz (ja, alter Herr, wir waren das), doch außer ein paar Auflagen („Gehen Sie mit den Hunden jeden Tag mindestens eine Stunde lang spazieren“), die nie kontrolliert wurden, geschah nichts.
Spazieren gehen gestaltete sich bei ihm so: Auto fahren, unterwegs die Hunde raus lassen, hinterher rennen lassen. Oder einfach Haustür auf, Kollateralschaden z.B. ein Postbote.
Eines Tages habe ich es auch gemacht: mein Türchen auf, raus mit ihm. Das mit dem Hinterherrennen würde ich ihm nicht empfehlen; Sanchos Geburtstag, ich weiß es noch.
Mag sein, dass er nun alt und ungefährlich ist, doch kann man jemandem, der sich seiner ganzen Schuld nicht mal bewusst ist, schwer verzeihen, ohne seine Taten zu legitimieren. „Ich hatte halt so viel um die Ohren, ich hab nicht geschlagen, und wenn, dann war ich betrunken.“ – „Ach so, naja dann, und supi, dass du nun wieder mein Papa bist.“
Da halte ich es doch lieber mit Tocotronic: „Ich mach meinen Frieden mit euch, hallo… “

