Ein umgefallener Roller in Berlin und einer in Süddeutschland
0 Kommentare | Von Teman Schem, Mittwoch, 22. April 2009in Belästigungen, Berlin, Weltverbesserung. Tags: Berlin · Friedrichshain · Mutter · Spießer · Süddeutschland
Als ich neulich mit Mutti (wohnhaft in Süddeutschland, Ort unter 13 000 Einwohner) die Revaler Straße in Friedrichshain entlang gelaufen bin, lag dort ein Roller eine Vespa. Nicht auf der Straße, sondern neben einem Haus, auf dem dazu gehörenden Grundstück. Einige Fahrräder lagen herum, wohl auch etwas Müll, der nicht mehr in die Tonnen gepasst hatte. Zugegeben, schön ist anders.
Mutti: „Och jö, wer macht denn so was? Gibt’s ja nich!“ [Anm. Regie: „Der arme Roller!“]
Sie wollte noch wissen, ob das da ein Garten sei (oder eine Brachfläche mit illegal abgeladenem Schutt). Tja, wer macht so was? Die Friedrichshainer eben. Auch wenn es nicht hübsch war, ist es doch beruhigend, dass bei uns einfach mal ein Roller quer liegen darf, ohne dass sich jemand darüber aufregt. Man stelle sich das mal in H. vor: Sämtliche Nachbarn würden sich fragen, warum der X nicht seinen Roller wieder hinstellt. Die Frage würde sich ausbreiten in der ganzen kleinen Stadt und zur Nachricht mutieren. Haben Sie gesehen, der Roller liegt immer noch da, und das schon seit Tagen.
Auch wenn es mich manchmal wegzieht ins Grüne und Schöne: Es ist für mich ein schräges Stückchen Lebensqualität, dass ich mit meinem Eigentum machen darf, was ich will, ohne Gedanken in Bewegung zu setzen, die mir auf die eine oder andere Art den Hals zuschnüren würden. Danke, wrackiges Friedrichshain.


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