kaesenix© Paul-Georg Meister, pixelio.de

Es ist gut, Besuch zu haben: Man lernt seine Stadt kennen. Wie sonst wäre ich jemals ins Hard Rock Café Berlin gekommen? Dort ist es laut, langhaarig und tageslichtfern, und gut besucht. Man kann sogar T-Shirts kaufen, auf denen „Berlin“ steht, und diverse Autogramme, so weit ich das Angebot mit wenigen Blicken erhaschen konnte.
Manchmal sind es aber auch Kleinigkeiten, die plötzlich auffallen, wenn der Besuch etwas ganz anders macht als man selbst.
Ich mag es, mir ein gutes Stück Käse zu nehmen, in die andere Hand das Messer, bisweilen das Käsemesser, und dann hinein zu schneiden. Die Weichheit, die Frische, der Geruch, und man kann ganz demokratisch entscheiden, wie dick die Scheibchen sein sollen.
Fertig geschnittenen Käse aus der Tüte empfinde ich daher als unfrische Bevormundung.
Jeder wie er will. Wenn der Gast allerdings fragt, wie er sich dem Käsestück denn nun annhähern soll, damit der Käse überhaupt irgendwie aufs Brot kommt, wird mir klar: Ich kann beides, Tüte und Theke. Man lernt nicht nur seine Stadt kennen, sondern auch sich selbst. Ich steh auf wilde Gärten, und ich steh auf krumme Käsescheiben. Auf der anderen Seite wundere ich mich über Pappe unter der Fertigpizza (= integriertes Backpapier), da muss ich wiederum noch etwas üben.


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