eichhoernchennixQuelle: pixelio.de, © Johann Dudla

Wer wissen will, was die computergestützten Zeitgenossen wirklich bewegt, schaut sich die Beobachtungskandidaten bei wikipedia an. Hier kann man sehen, welche Artikel heiß umkämpft sind; sie werden ständig abgeändert und bisweilen verunstaltet, im Extremfall spricht man hier vom schönen Wort „Dauervandalismus“.

Zum Beispiel bei den „Eichhörnchen: Der Artikel wurde erst vor einem Monat entsperrt und schon wieder mehrfach Vandalismus.“ Bitte?? Die am meisten umkämpften Artikel sind „Atatürk“, „Kurdistan“, „Nationalhymne“ – und „Eichhörnchen“? In der Versions-History kommen wir den Hörnchenfetischisten näher. Da schreibt „Transalien“ am 4. Jun. 2007: „Sorry ! Ich züchte selber europäische und sibirische Eichhörnchen, ich weiß also was ich ändere !“ Spezialisten also.

Wenn es um die Ehre geht, wird der Eintrag von „Túrelio“, der von bösartigen kleinen Todesnagern berichtet („In einem Park der russischen Stadt Lazo hat Ende 2005 eine Gruppe von Eichhörnchen einen streunenden Hund, der sie zuvor angebellt hatte, zu Tode gebissen.“), gelöscht vom „Oberförster“: „Sind deswegen alle Eichhörnchen Killer?“ Ach Chef, es geht hier doch nicht um bloßes Killen. Hey, die wurden angebellt! Das war Notwehr. Wie gerne hätte ich mehr Eichhörnchen in Friedrichshain. Man könnte sich die Menschen vom Ordnungsamt sparen, die sich sowieso nicht mit Leib und Seele an die Doggen herantrauen.

Nachmittags, kurz nach dem Aufstehen, am Ostkreuz: Kaum dass sich die Punks niedergelassen haben, hoppelt eine Herde Hörnchen herbei, vermutlich vom Geisterbahnsteig kommend, zunächst unauffällig, süß, niedlich, als wollten sie bloß zum Bäcker gehen. Ein Punk quatscht sie von der Seite an. Und dann! Zack, zack, druff uff die Punks, nacknacknack, Haare ab, Beine ab, Herz raus. Dann hüpfen sie blutverschmiert weiter Richtung AO Hostel. Noch lange nicht satt.


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