Papa, Mama, Tochter in Prenzlauer Berg. Das ist die kinderreichste Gegend Deutschlands, zumindest werden hier die meisten Babys geboren.
Man glaubt es sofort. Die schicken Alternativspießer, sonnenbebrillt und schmal, schieben tolle und noch tollere Kinderwagen durch die Gegend. Manche von ihnen lachen sogar, doch die meisten sind so cool wie falsche Fingernägel.
Auf dem Markt gibt es „Natur-Feigen“, weil der Ausdruck „Bio“ nun wirklich abgelutscht ist und mit Scharlatanerie und Pseudo-Öko-Ware gleichgesetzt wird.
„Natur“ dürfte auch kein geschützter Begriff sein, doch die Kundschaft ist angetan und quält sich pflichtbewusst über den Kollwitzplatz. Die Kinderwagen sind nicht „Natur“, sondern aus solidem Plastik und heißen „Bugaboo Frog“ oder „Quinnie Freestyle“. Mit einem „Jogger“, also dem dreirädrigen Modell, kann man sich nicht mehr zeigen. Das Modell hat bei der Zeitschrift „Ökotest“ schlecht abgeschnitten, weil es umkippen kann, wenn der Vater (aka New-Economy-Opfer) damit forsch über den Prenzelberger Gehweg schrubbt.
Dein Wagen ist ein bisschen schief, ein bisschen klein, hat keinen großen Namen – aber 360°-Schwenkräder, mit denen wir blitzeschnelle um jede noch so kleine Ecke kommen. © Bild: A. Temming


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