Vernazza © A. Temming

Meine kleine Welt habe ich mit einem Aufenthalt in Cinque Terre verbessert. So schön Vernazza, Monterosso, Manarola und Riomaggiore waren, so erholsam war Corniglia. Abseits der amerikanischen Horden, frei vom Heidelberger-Altstadt-Gefühl, schlicht und unaufgeregt und doch wunderschön auf einem 80 Meter hohen Fels am Meer gelegen. Wenn man ans Ende der Dorfstraße läuft, öffnet sich eine grandiose Aussicht, die man nur manchmal mit anderen Touristen teilen muss.
Vielleicht pervers, als Tourist andere Touristen zu monieren. Aber bei 200 Touris pro Quadratkilometer ist einfach Schluss mit Italien. Ich habe immerhin versucht, leise aufzutreten und meine Klappe zu halten, ich habe keine Katze gestreichelt und kein italienisches Eis mit der Eisbude umme Ecke verglichen. Ich habe mich wirklich bemüht, total einfühlsam durch den Wald zu laufen, statt einen neuen Via-dell’-Amore-Wander-Weltrekord aufzustellen. Dennoch habe ich nur in Corniglia ohne ein schlechtes Gewissen verschnaufen können.
Und das lag auch daran, dass hier wirklich jeder jeden grüßt. Der Dicke vor dem Weinladen, die Mädels im Supermarkt, der Busfahrer, jede Nonna vor der Haustüre.
Man kann die Orte dieser Welt einteilen in Orte, wo man grüßt, und Orte, wo man nicht grüßt, und dann weiß man, wo es schön ist.
Damit Corniglia weiterhin vom großen Ansturm verschont bleibt, hier ein Foto von Vernazza.


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